Zahnfleischerkrankungen: Auf eine gründliche Mundhygiene kommt es an!

Bei Zahnfleischerkrankungen handelt es sich in aller Regel um Entzündungen des Zahnfleisches. Diese können zunächst völlig unbemerkt verlaufen, in schweren Fällen droht jedoch sogar ein Zahnverlust. Eine sorgfältige Mundhygiene ist das A und O, um Zahnfleischerkrankungen zu vermeiden.

Unser Zahnfleisch liegt auf dem Kieferknochen und schützt so die Zahnwurzeln, welche die Zähne im Kiefer verankern. Den Übergang vom Zahn zum Zahnfleisch nennt man Sulcus. Dabei handelt es sich um einen wenige Millimeter tiefen Spalt, der mit Zahnseide gereinigt werden kann.

Hier ist das Zahnfleisch am empfindlichsten: Bakterien, Säure und Essensreste können an dieser Stelle in das Zahnfleisch gelangen.

Zahnarzt erklärt Zahnfleischerkrankungen

Warum ist Zahnbelag gefährlich?

Mediziner schätzen, dass etwa 300 Bakterienarten in unserer Mundhöhle leben, die den sogenannten Biofilm bilden. Sie werden auch als Mundflora bezeichnet und sind, wenn Sie unter Kontrolle gehalten werden, unproblematisch.

Dann tragen sie zu den natürlichen Funktionen des Mundes bei, indem sie zum Beispiel bei der Verdauung von Speisen helfen. Wenn es allerdings an guter Mundhygiene mangelt, vermehren sich die Bakterien unkontrolliert. Aus dem Biofilm entwickelt sich Plaque, darauf vermehren sich die Keime immer schneller.

In der Folge entstehen Giftstoffe und Säure, welche das Zahnfleisch reizen und schädigen können. Der Körper reagiert meist mit einer Zahnfleischentzündung.

Gingivitis: die häufigste Zahnfleischerkrankung

Die häufigste Zahnfleischerkrankung ist die durch Bakterien beziehungsweise Plaque ausgelöste Gingivitis, die Zahnfleischentzündung. Die Erkrankung steht für ein weit verbreitetes Volksleiden: Etwa 80 Prozent aller Deutschen weisen entzündetes Zahnfleisch auf – und merken es oft gar nicht.

Denn eine Gingivitis tut zunächst nicht weh. Zu erkennen ist die Gingivitis an einem geröteten und leicht angeschwollenen Zahnfleisch. Ein typisches Symptom ist außerdem Zahnfleischbluten. Wenn die Probleme mehr als eine Woche anhalten, ist es ratsam, den Zahnarzt aufzusuchen.
Verhindern lässt sich eine Zahnfleischentzündung vor allem durch eine regelmäßige Mundhygiene.

Das bedeutet, morgens und abends circa drei Minuten lang die Zähne zu putzen – auch die Zahnzwischenräume.

Letzteres gelingt mithilfe von Interdentalbürsten und Zahnseide. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt den Umgang damit erklären. Auch antibakterielle Mundspülungen haben sich bewährt, um den Biofilm unter Kontrolle zu halten. Sie gelangen durch die flüssige Substanz in alle Zahnzwischenräume.

Parodontitis: der Hauptgrund für Zahnverlust

Schreitet die Zahnfleischentzündung unbehandelt fort, entsteht nicht selten eine Parodontitis (umgangssprachlich auch Parodontose genannt). Das heißt, die Entzündung greift auf den gesamten Zahnhalteapparat über. In schweren Fällen löst sich das Zahnfleisch vom Zahn und bildet sich zurück.

Erreicht die Entzündung auch den Knochen im Wurzelbereich des Zahns, kann dies sogar Zahnverlust zur Folge haben. In Deutschland ist Parodontose der Hauptgrund für Zahnverlust im Erwachsenenalter.

Zwar ist unbedingt die Mundhygiene zu verbessern, doch reicht dies allein in der Regel nicht aus.

Je nach Verlauf muss manchmal zerstörtes Zahnfleisch entfernt und wiederhergestellt werden. Eine Parodontitis kann daher nur vom Zahnarzt behandelt werden.